AG Sauberer Sprengelkiez

Das sind wir

Begonnen hat es mit vereinzelt engagierten Menschen aus der Nachbarschaft, denen die Sauberkeit im Kiez nicht egal war. 2022 entstand daraus die Gruppe “Saubere Sache”. Seit Anfang 2026 sind wir als AG Sauberer Sprengelkiez aktiv. – Vielleicht hast du uns schon mal gesehen?!
Als AG Sauberer Sprengelkiez bekennen wir uns zur Demokratie und Vielfalt. Respekt ist uns wichtig. Wir sind unabhängig von politischen Parteien und stehen für einen friedlichen Dialog in unserer Nachbarschaft ein.
Die Aktivitäten der AG Sauberer Sprengelkiez werden von einer kleinen Gruppe koordiniert. Doch ohne die vielen engagierten Nachbarinnen und Nachbarn würden wir unsere Ziele nicht erreichen! Im Jahr 2025 haben wir mit mehr als 300 Engagierten den Sprengelkiez von gut 3,1 Tonnen Müll befreit.
Unser Engagement ist vollständig ehrenamtlich. Wir erhalten keine feste Finanzierung.
Um unsere Ziele zu erreichen haben wir in der Vergangenheit Projektförderungen z.B. durch die Stadtteilkasse Wedding Zentrum, Bürger*innenfonds “WE ARE LEO”, FEIN Einzelmaßnahmen in Mitte von Berlin, Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE) erhalten.

Unsere Vision

Gemeinsam einen lebenswerten Sprengelkiez zu schaffen, das ist das Ziel der AG Sauberer Sprengelkiez. Für dauerhaft mehr Lebensqualität engagieren wir uns für Zero-Waste auf den Straßen und in den Grünanlagen im Sprengelkiez. Unsere Ziele erreichen wir nur gemeinsam mit dir! Denn Sauberkeit ist eine Entscheidung und ein Gemeinschaftsprojekt.

Unsere Aktivitäten

  • Regelmäßige Clean-ups an jedem 2. und 4. Samstag im Monat
  • Zusätzliche Aktionstage, z. B. Frühjahrsputz im Kiez oder World Cleanup Day
  • Öffentliche Diskussionen und Austausch, z. B. mit dem Bezirksamt Mitte oder der Berliner Stadtreinigung (BSR)
  • Vernetzung mit anderen Clean-up-Gruppen, insbesondere im Wedding
  • Öffentlichkeitsarbeit, z. B. durch interaktive Ausstellungen oder Informationsstände
  • Mitmach-Angebote bei Veranstaltungen anderer Initiativen, z. B. im SprengelHaus oder Nachbarschaftsladen

Bei unseren Aktivitäten sind alle Menschen willkommen – unabhängig von Herkunft,
Geschlecht, Religion, Behinderung, Alter oder sexueller Identität.

Collage Saubere Sache

Mitmachen? – Mitmachen!

Du kannst dich bei uns vielfältig einbringen:

kurzfristig, einmalig und unregelmäßig

🟡 Clean-up an jedem 2. und 4. Samstag im Monat, 11:00-12:30 Uhr; Treffpunkt: vor der Sprengelstraße 15, 13353 Berlin – Materialien stellen wir zur Verfügung

🟡 Organisation von Clean-ups (erweiterte Koordination)

🟡 Teilnahme an Aktionstagen

🟡 Teilnahme an Mit-Mach-Angeboten

regelmäßig / mittel- und langfristig

🟡 Wenn du eine eigene Idee/ein eigenes Projekt hast oder unsere Aktivitäten unterstützen möchtest, dann bist du in der Koordination richtig! Hierzu sprichst du uns einfach bei unseren Clean-ups an oder schreibst uns eine E-Mail.

So erreichst du uns

Du findest uns auf WhatsApp, Instagram und erreichst und ebenso per E-Mail.

Visitenkarte Saubere Sache

Fragen und Antworten zu unserem Engagement

1. Warum sollt ich den Müll fremder Leute wegräumen? Dafür ist doch die Berliner Stadtreinigung verantwortlich!

Jeder Mensch trägt Verantwortung für die Umwelt. Berlin ist unser gemeinsames Zuhause. Wie in einer Wohngemeinschaft ist der öffentliche Raum unser gemeinsames Wohnzimmer. Eine saubere Stadt ist besser für unsere Gesundheit. Darum ist es gut, Müll aufzuheben und wegzuräumen.

Vielleicht denkst du: Dafür ist doch die Berliner Stadtreinigung (BSR) zuständig. Und ja, die BSR reinigt viele Straßen in Berlin. Im Sprengelkiez ist sie zudem (ab Juli 2026) auch für die Sauberkeit auf dem Sparrplatz, Pekinger Platz und im Sprengelpark verantwortlich.

Aber: Den Müll machen wir Menschen. Wir werfen oft kleine und große Sachen – unachtsam und manchmal mit Vorsatz – auf die Straße.

Seit der Pandemie gibt es mehr Müll durch sogenannte To-go-Angebote. Die Verpackungen werden einfach im Park stehen gelassen oder neben Abfallbehälter gestellt. Doch auch das Abstellen von Sperrmüll (z.B. alte Sofas, kaputte Stühle und Schränke) nimmt ebenso zu wie das illegale Abstellen von Bauschutt (Gewerbemüll).

Die Rechnung bekommen wir alle: geringe Aufenthaltsqualität, gesundheitliche Folgen (z.B. Stress durch Ratten) und erhöhte Reinigungsgebühren für die Sauberkeit im öffentlichen Raum.

Als AG Sauberer Sprengelkiez lassen wir die BSR und die bezirkliche Politik nicht aus der Verantwortung. Neben unseren Clean-ups suchen wir gemeinsam mit Akteur*innen nach Lösungen für einen lebenswerten Sprengelkiez!

2. Lohnt sich so ein Clean-up überhaupt? Es ist doch eh schnell wieder dreckig!

Wir verstehen das! Auch wir verzweifeln manchmal. Wir fühlen uns dann wie Sisyphos, der den Stein den Berg hoch rollen, damit er gleich wieder herunter rollt. Das kann frustrierend sein!

Doch dann sehen wir die Menschen, die mit uns gemeinsam sauber machen. Menschen, denen unser Kiez auch nicht egal ist. Es entstehen Gespräche über Sauberkeit, Konsum, Müll und was wir gemeinsam tun können. Nachbarinnen und Nachbarn sprechen uns bei unseren Clean-ups an,…

Was uns weitermachen lässt? Der Gedanke an das Kind, das gleich auf dem Spielplatz spielt, ohne in eine Glasscherbe zu treten. Der Nachbar, der seine Mittagspause auf der sauberen Parkbank verbringt. Die Person, die mit dem Kinderwagen am Nordufer keinen Slalom um Müll laufen muss.

Es hat aber auch noch ganz praktische Gründe, weshalb sich das Clean-up lohnt:

Die Höhe der Straßenreinigungsgebühren wirkt sich direkt auf unsere Nebenkostenabrechnung aus:

Jeder Straße in Berlin wird eine Reinigungsklasse zugewiesen (vgl. Straßenreinigungsgesetz). Die Reinigungsklassen richten sich nach dem Grad der durchschnittlichen Verschmutzung der Straße. An die Reinigungsklasse sind Aufgaben der BSR gekoppelt und damit Gebührensätze. Wenn also die BSR weniger Müll vorfindet, sinken auf lange Sicht auch unsere Wohnkosten.

Je mehr Menschen auf Sauberkeit achten, desto sauberer wird unser Kiez und desto weniger Nebenkosten zahlen wir alle!

3. .. woher kommt der ganze Müll?

Eine einfache Frage. Doch die Antwort ist nicht einfach…

Unsere Einkaufsgewohnheiten (billig und verpackt zu kaufen, um es schnell zu entsorgen), die to-go-Kultur, die hohe Bevölkerungsdichte, das Fehlen eines BSR-Recyclinghofs in Berlin Mitte / die Entfernung zum nächsten BSR-Entsorgungshof, überfüllte private Mülltonnen, die Baustellen im Straßenland sowie weitere sozioökonomische Faktoren tragen zu einem hohen Müllaufkommen bei. Dies führt zunehmend zu einer Überlastung der vorhandenen Systeme.

Fakt ist, dort wo bereits Müll liegt, kommt schnell neuer Müll dazu (sogenannte Broken-Window Theorie). Die Hemmschwelle, etwas wegzuwerfen, sinkt. Der Mangel an sozialer Kontrolle (z.B. das Ansprechen, wenn etwas fallen gelassen bzw. abgestellt wird) hilft auch nicht weiter.

Neben verstärkten Kontrollen braucht es konsequente Ahndung von Verursachenden, Verbesserungen im Rechtssystem, um Verfahren schnell und konsequent zu bearbeiten, verstärkte Bildungsangebote (z.B. in der Kita, Schule, in außerschulischen Bildungseinrichtungen),… und ein Umdenken bei uns allen!

Sperrmüll, Elektroschrott, Bauschutt, Autowracks,… melden? Dann nutze bitte die App des Ordnungsamts.

4. Sind Kippen wirklich ein Problem? Ist doch nur ein Fitzelchen Pappe.

Weit gefehlt! Kippen zählen zu den am häufigsten weggeworfenen Abfallprodukten und verursachen pro Zigarettenstummel den meisten Schaden an der Umwelt. Grund dafür sind die Kunststofffasern, also Plastik, im Stummel. Durch die achtlose Entsorgung durch Wegschnippen landet ein ganzer Giftcocktail aus z.B. Nikotin, Teer, Arsen und Blei in unseren Böden und Gewässern. Mit gravierenden Folgen für Mikroorganismen und Insekten. Andere Tiere sterben durch den Verzehr von Zigarettenstummeln. Rauchen gefährdet also nicht nur die Gesundheit der rauchenden Person, sondern auch die wichtigste Ressource unseres Planeten: unser Trinkwasser.

Einfach mit der Kehrmaschine drüber fahren und gut? – Leider nein. Durch die geringe Größe der Kippen lassen sich diese vielfach nur händisch, also mit dem Besen oder Rechen, zuverlässig entfernen. Bei der großen Anzahl an Kippen ist eine regelmäßige flächendeckende Beseitigung durch die BSR schlicht unmöglich.

Was hilft? Bevor die Kippe auf den Boden landet, sie in den nächsten Mülleimer werfen oder einen Taschenaschenbecher dabei haben.

5. Es ist doch zu verschenken!…

Wir lieben Verschenke-Kisten. Ehrlich! Wo ist der Haken? Wenn die Kisten für das Abladen von nicht mehr brauchbaren Dinge, kaputte Kleidungsstücke, defekte Elektrogeräte, Bücher usw. missbraucht werden!

Einerseits sind Verschenke-Kisten Teil einer solidarischen Sharing-Kultur. Sie helfen Ressourcen im Kreislauf zu halten. Andererseits werden viele dieser Kisten unbedacht bei Wind und Wetter vor die Tür gestellt. Nach dem Motto: “aus den Augen, aus dem Sinn”. Nicht mitgedacht wird häufig: Sachen, die einmal auf der Straße stehen, werden schnell dreckig, andere werfen ihren Müll in die Kiste, Hunde markieren ihr Revier…Deshalb: so bitte nicht!

Wie wäre es stattdessen mit einem hausinternen Verschenke-Ort z.B. ein Regal, eine Fensterbank? Falls dies nicht möglich ist, platziere deine Verschenke-Kiste an einem erhöhten Ort und übernimm die Verantwortung für nicht mitgenommene Dinge!

Denke auch darüber nach, welche Inhalte einer solchen Kiste generell ungeeignet sind. Kleidung z.B. ist aus hygienischen Gründen an Abgabestellen besser aufgehoben, auf leicht Zerbrechliches wie dünnes Glas sollte verzichtet werden.

Verschenke-Orte findest du auch auf unserer interaktiven Kiezkarte annehmen.

Weiterführende Links

● Illegal abgestellter Müll nervt – App oder Website Ordnungsamt

Illegal abgelagerter Müll auf dem Straßenrand, im Park,…? Melde es ganz einfach mit der App oder Website vom Ordnungsamt. Nutzung mit oder ohne Standortfreigabe möglich.

🌕 Foto machen

🌕 Eingabe des Standorts (manuell oder über Standortfreigabe)

🌕 Eingabe der Kategorie (z.B. Laub, Sperrmüll, Bauschutt)

🌕 ggf. weitere Angaben zum Standort

🌕 Angaben überprüfen

🌕 Einreichen der Meldung (auf Wunsch mit Email Benachrichtigung zum Sachstand)

Nutze bitte die App des Ordnungsamts (iPhone-Version; Android-App)

Alternativ kannst du auch die Trash-Cam App nutzen (iPhone-Version; Android-App)

● Kein Auto, aber Sperrmüll? – App Tiptapp

Ist ein digitaler Marktplatz für Nachbarschaftshilfe, spezialisiert auf Sperrmüllentsorgung, Transport, Umzüge und Lieferungen.

🌕 Du stellst ein, was zur BSR soll mit deinen Preisvorstellungen

🌕 Eine andere Person fährt eh zur BSR und bietet Hilfe an

🌕 Ihr einigt euch.

🌕 Geld fließt erst, wenn ein Beleg von der BSR vorgelegt wird

Download der App: iPhone-Version; Android-App

● Abfallwirtschaftskonzept 2020 bis 2030 des Landes Berlin

Am 17. Juni 2021 hat das Berliner Abgeordnetenhaus das Abfallwirtschaftskonzept unter dem Leitbild Zero Waste beschlossen. Das Abfallwirtschaftskonzept 2020 bis 2030 dient als Planungsinstrument der massiven Stärkung einer modernen Kreislaufwirtschaft in Berlin.

● Thema Stadtsauberkeit

Hier finden sich Zahlen, Daten, Fakten sowie Practise Beispiele aus verschiedenen Berliner Bezirken

● Welcher Müll gehört in welche Tonne?

„Mülltrennung wirkt“ ist eine Informationsinitiative der dualen Systeme mit dem Ziel, die Qualität der Mülltrennung in Deutschland zu verbessern. Durch Aufklärung, Kommunikation und Kooperationen leisten wir einen Beitrag zur Stärkung der Kreislaufwirtschaft und zum effizienten Ressourceneinsatz.

● Bußgeld-Katalog für die illegale Entsorgung

Veröffentlicht im Amtsblatt Berlin vom 14.11.2025 Nr. 47 (S. 2965-3048)

● Ratten ein Gesundheitsproblem!

Was haben Essensreste im Park und das Füttern von Vögeln mit deiner Gesundheit zu tun?

Wie du dein Zuhause und deine Nachbarschaft schützen kannst (PDF, Informationsflyer, Bezirksamt Mitte von Berlin, Juli 2025)

● Informationen zum Littering vom Umweltbundesamt

Status Quo, Handlungspotentiale, Instrumente und Maßnahmen zur Reduzierung des Litterings (PDF, Abschlussbericht, 2020)